Etari Schichtdickenmessgeräte
Beim Schichtdickenmessgerät setzt Waschhelden auf das Etari MD-666, ein Handgerät für den Einsatz direkt am Fahrzeug. Es arbeitet auf Eisen- und auf Alu-Karosserien, kalibriert sich automatisch und bringt zur Kontrolle eine Kalibrierfolie mit. Eine Gummischutzhülle sitzt um das Gehäuse, damit Staub und ein unsanfter Griff dem Gerät nichts anhaben. Ob du die Lackreserve vor einem Poliergang abschätzen oder einen Gebrauchtwagen beurteilen willst, gemessen wird in Mikrometern und ohne Eingriff an der Oberfläche.
Etari entwickelt Messtechnik und Werkzeug für die Arbeit am Fahrzeug, darunter Geräte für die Lackdicke. Bei Waschhelden findest du von Etari das Lackmessgerät MD-666. Damit liest du ab, wie viel Lack über dem Blech einer Karosserie liegt, angegeben in Mikrometern, kurz µm. Wertvoll wird das vor einer Politur und beim Gebrauchtwagenkauf, wenn du Hinweise auf nachgearbeitete Bauteile suchst.
Die Marke Etari
Hinter der Marke steht die ETARI GmbH mit Sitz in Stuttgart, wo nach eigenen Angaben auch das Verkaufsteam sitzt. Das Unternehmen bezeichnet sich als Hersteller von Schichtdickenmessgeräten und führt außerdem Ausbeulwerkzeug für die Dellenreparatur, Klebetechnik, Industrie-Sekundenkleber und Schulungen zum Dellendrücker.
Etari gibt an, nur Ware zu verkaufen, von der das Unternehmen überzeugt ist. Als Anspruch nennt die Marke Qualität, Zuverlässigkeit und solide Verarbeitung.
Zur Gerätefamilie gehören unter anderem das MD-666, das MD 750, das MD 888 und das MD 1000 Pro Max. Letzteres führt Etari selbst als Bestseller mit App-Funktion und einem Bereich bis 6.000 µm. Zu den Anwendern zählt der Hersteller Autohändler, Kfz-Gutachter, Kfz-Werkstätten, Lackierbetriebe und Fahrzeugaufbereiter.
Wie ein Lackmessgerät die Lackdicke misst
Ein Lackmessgerät erfasst alle Schichten über dem Metall zusammen, von der Grundierung bis zum Klarlack und einschließlich Füllmaterial. Die Messung läuft zerstörungsfrei, dafür setzt du den Sensor plan auf die Oberfläche auf. Dieselbe Gerätegattung heißt auch Lackschichtdickenmessgerät oder Schichtdickenmessgerät.
In der Lackdickenmessung am Fahrzeug sind vor allem zwei Verfahren im Einsatz, und welches davon greift, entscheidet der Untergrund unter dem Lack. Magnetinduktiv wird eine nicht magnetisierbare Schicht auf magnetisierbarem Untergrund gemessen, zum Beispiel Lack auf Stahl. Für Lack auf Aluminium und anderen nicht magnetisierbaren, elektrisch leitenden Metallen arbeiten die Geräte nach dem Wirbelstromprinzip. Etari nennt für das MD-666 in der Bedienungsanleitung beide Verfahren.
| Untergrund | Messverfahren | Typische Bauteile |
|---|---|---|
| Eisenmetall (Fe) | magnetinduktiv | Türen, Dach und Seitenwände |
| Nichteisenmetall (Non-Fe) | Wirbelstrom | Aluminium-Hauben, -Klappen und -Kotflügel |
Die Zuordnung in der Tabelle ist typisch und im Einzelfall vom Fahrzeug abhängig. Das MD-666 zeigt nach jeder Messung an, welchen Untergrund es erkannt hat, Ferr für Eisenmetall und Non-Ferr für Nichteisenmetall.
Das Etari MD-666 im Waschhelden-Sortiment
Von Etari führen wir genau ein Gerät, das MD-666. Dieses Lackschichtdickenmessgerät hat für Eisen- und Nichteisenmetalle je einen eigenen Messbereich und arbeitet deshalb an Stahl- wie an Aluminiumbauteilen.
Für das MD-666 nennt Etari einen Messbereich von 0 bis 2.000 µm auf Eisenmetallen und von 0 bis 1.000 µm auf Nichteisenmetallen. Die Genauigkeit liegt laut Hersteller bei ±7 µm von 0 bis 199 µm und darüber bis zum Bereichsende bei ±(3 % + 10 µm). Mitgeliefert werden zwei unbeschichtete Kalibrierscheiben aus Eisen- und Nichteisenmetall, auf denen sich das Gerät selbst kalibriert, sowie eine Kalibrierfolie mit 102 µm ± 2 µm für die Gegenprobe.
LED- und Displaybeleuchtung helfen in dunklen Hallen.
Vor dem Polieren: Reserve im Lack einschätzen
Jeder abrasive Poliergang nimmt eine geringe Menge Klarlack mit, und genau darauf beruht die Wirkung: Kratzer und Hologramme verschwinden, weil die Politur die Lackoberfläche einebnet. Unsere Anleitung zur Lackaufbereitung nennt für die Klarlackschicht meist 40 bis 80 µm und für einen Poliergang einen Abtrag von ein bis fünf µm.
Der angezeigte Wert nennt die Summe aller Schichten, die Klarlackreserve selbst weist die Messung nicht aus. Einen Anhalt gibt der Vergleich der Bauteile untereinander. Liegt ein Bauteil auf dem Niveau der übrigen Flächen, ist ein abrasiver Aufbau aus Politur und Polierpad vertretbar. Fällt es deutlich ab oder liegt die Gesamtschicht unter 80 µm, passen eine mildere Politur, ein weiches Pad und eine reduzierte Drehzahl an der Poliermaschine besser.
Kanten, Sicken und die schmalen Streifen entlang der Türrahmen lässt du beim Polieren aus, dort ist der Klarlack besonders dünn. Auch beim Messen gehören sie nicht zu den Vergleichspunkten. Falze und Innenseiten tragen laut Merkblatt der Deutschen Kommission für Lack und Karosserieinstandsetzung deutlich weniger Lack als die Außenflächen.
Beim Fahrzeugkauf: ungleichmäßige Werte lesen
Beim Gebrauchtwagenkauf interessiert weniger der absolute Wert als die Verteilung über das Fahrzeug. Miss dieselben Bauteile links und rechts und vergleiche Türen, Kotflügel und Klappen untereinander. Liegende Flächen tragen dabei von Haus aus mehr Lack als stehende, auch das hält das Merkblatt fest.
Weicht eine Tür erkennbar von ihrem Gegenstück ab, liegt dort möglicherweise zusätzliches Material über dem Blech, zum Beispiel eine zweite Lackschicht oder Füllmaterial. Das ist ein Hinweis, der Fragen begründet, und keine Diagnose: auch eine Ausbesserung ohne Unfall, etwa nach einem Transportschaden, verändert die Schichtdicke. Die Messung ersetzt kein Gutachten, sie zeigt dir, wo genaueres Hinsehen sinnvoll ist.
Eine Messreihe am Fahrzeug in fünf Schritten
- 1.Reinige den Lack vorher. Staub, Teer und Wachsreste liegen auf der Oberfläche und werden mitgemessen, ein Lackreiniger schafft eine saubere Messfläche.
- 2.Kalibriere das Gerät vor der Reihe auf den beiden mitgelieferten Scheiben und prüfe die Anzeige mit der Kalibrierfolie gegen.
- 3.Miss je Bauteil mehrere Punkte, verteilt über Fläche und Randbereich. Setze den Sensor plan auf und halte ihn ruhig.
- 4.Vergleiche die Seiten gegeneinander, denn gleich orientierte Bauteile liefern am unveränderten Fahrzeug ähnliche Werte.
- 5.Notiere die Werte je Bauteil mit Messpunkt, denn erst die Dokumentation macht die Reihe beim nächsten Poliergang wieder nutzbar.
Helden-Tipp: Lege dir eine Skizze des Fahrzeugs an und schreibe die Messwerte an die passenden Bauteile. So erkennst du Abweichungen auf einen Blick und hast beim Polieren eine Grundlage.
Wo die Messung an Grenzen stößt
Ein Lackmessgerät liefert eine Zahl, die Bewertung bleibt bei dir. Drei Grenzen gehören zum Umgang mit dieser Zahl.
- Das MD-666 braucht Metall unter dem Lack, an Stoßfängern und Spiegelkappen aus Kunststoff liefert es keinen verwertbaren Wert.
- Ein hoher Wert belegt weder eine Nachlackierung noch einen Unfallschaden, das hält das Merkblatt zur Gesamtlackschichtdicke ausdrücklich fest.
- Ein einzelner Messpunkt trägt wenig, erst die Reihe und der Vergleich gleichartiger Bauteile ergeben ein Bild.
Mit diesem Vorbehalt bleibt die Messung ein nützliches Werkzeug am Fahrzeug.
Häufige Fragen zum Lackmessgerät
Einen für alle Fahrzeuge gültigen Einzelwert gibt es nicht. Das Merkblatt der Deutschen Kommission für Lack und Karosserieinstandsetzung nennt für Serienlackierungen in der Regel 80 bis 130 µm. Ein großer Volumenhersteller gibt für die Außenhaut 80 bis 350 µm an, und an fabrikneuen Fahrzeugen wurden bis zu 500 µm gemessen. Aussagekräftig ist deshalb die Abweichung zwischen gleichartigen Bauteilen.
Auflagernde Reste wie Wachs oder Teer werden mitgemessen und treiben den Wert nach oben. Verlässlich wird eine Angabe erst, wenn sie sich an derselben, gereinigten Stelle wiederholen lässt und der Sensor dabei plan aufliegt.
Vor allem der Messbereich: Etari nennt für das MD 1000 Pro Max eine App-Funktion und einen Bereich bis 6.000 µm, für das MD-666 bis 2.000 µm auf Eisenmetallen. Beide Bereiche liegen weit über den Werten, die am Serienlack einer Karosserie zu erwarten sind.
An Stoßfängern, Spiegelkappen und anderen Kunststoffanbauteilen bleibt die Anzeige ohne Aussage, weil beide Verfahren des MD-666 einen metallischen Untergrund brauchen. Für die Beurteilung einer Karosserie misst du deshalb an den metallischen Bauteilen.
Beim MD-666 kalibriert sich das Gerät auf den beiden mitgelieferten Scheiben selbst. Für die Messung von Dickenunterschieden am Fahrzeug genügt laut Hersteller ein Druck auf die Reset-Taste, ohne das Gerät neu zu kalibrieren. Mit der beiliegenden Kalibrierfolie prüfst du die Anzeige jederzeit gegen.